Was läuft falsch beim Darmkrebs-Screening?

Das Darmkrebs-Screening schützt nur, wenn es in Anspruch genommen wird und mögliche Empfehlungen zu Kontrolluntersuchungen wegen auffälliger Befunde beachtet werden. Leider halten sich viele Menschen nicht an entsprechende Hinweise. Sie kommen entweder zu spät zum ersten Screening oder lassen Kontrollen außer Acht. Ganz unabhängig davon, dass ein Großteil der Anspruchsberechtigten (ca. 34%) vom Screening-Angebot keinen Gebrauch macht. Diese erschreckende Feststellung ist in einer Aufsehen erregenden Publikation von Doubeni et al. nachzulesen, die auch die damit verbundene deutliche Erhöhung an Darmkrebstoten beziffert (siehe hier: Gastroenterology). In der Ausgabe 3/2019 der Zeitschrift “Der Gastroenterologe” werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie dargestellt und diskutiert.

Charity-Golfturnier im Golfpark Leipzig zugunsten der Stiftung

“Lassen Sie den Ball rollen mit Freude  und Charme für die Stiftung Lebensblicke mit ihrem Engagement für unseren Darm.” Inspirierende Worte der CDU- Landtagsabgeordneten und sächsischen Ministerin a.D., Christine Clauß, die  für das Golfturnier zugunsten der Stiftung LebensBlicke die Schirmherrschaft übernommen hatte. Und so golften u.a. Ärzte und Unternehmer  vergangenen Freitag im Golfpark Leipzig-Seehausen um Sieg und Bares. Organisiert von Dr. med. Roland Kuchta, Weiterlesen

Tageszeit hat Einfluss auf Aufklärung zum Screening

Eine interessante Studie, publiziert im JAMA Network Open und kommentiert in ACP Internist, berichtet über den Einfluss der Tageszeit auf die Information über ein Brustkrebs- bzw. Darmkrebsscreening durch die behandelnden Ärzte. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Information am Vormittag mit 36,5% zu deutlich mehr komplettierten Screening-Maßnahmen innerhalb eines Jahr führten als mit 23,4% am Nachmittag. “Das zeigt einmal mehr, dass die Aufmerksamkeit ganz offentlich in den Morgenstunden größer ist als am Nachmittag und sollte bei Patientengesprächen berücksichtigt werden”, so der Vorstandstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke, Professor Dr. J. F. Riemann.

P4-Medizin wird das Gesundheitssystem verändern

Die Krebstherapie wird in den nächsten Jahren einen grundlegenden Wandel erfahren, gekennzeichnet mit dem Schlagwort P4-Medizin. Dieses von dem Amerikaner Leroy Hood geprägte Konzept hat der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Professor Dr. Klaus Vogelmeier, bei seiner Ansprache zur Kongresseröffnung erläutert. P4 steht für präventiv (Vorbeugung und Früherkennung), personalisiert (individuelles genetisches Profil), partizipativ (Mitbeteiligung an der Therapieentscheidung) und präzise (molekulare Diagnostik und Therapie mit neuen Technologien). Der Patient wird sicher Nutznießer dieser Entwicklung sein, die aber auch sicher Risiken mit sich bringt. (Broich K., Bieber T. Personalisierte Medizin, Bundesgesundheitsbl 2013.)

Personalisierte Darmkrebsvorsorge: Option für die Zukunft?

Im Rahmen des 125. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden veranstaltet die Stiftung LebensBlicke am 4. Mai 2019 ein Fachsymposium zum Thema “Personalisierte Darmkrebsprävention – eine Option für die Zukunft?”. Unter Vorsitz von Professor Matthias Ebert, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke, und Professor Jürgen F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, referieren und diskutieren die Teilnehmer u. a. über den derzeitigen Entwicklungsstand der personalisierten Vorsorge, über Tumorbiologie, Risikoprofile wie den familiären Darmkrebs, über die Inanspruchnahme der Vorsorge sowie über ethische und rechtliche Aspekte der Personalisierung. “In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, dass sich die verschiedenen Krebsarten nicht nur genetisch wesentlich unterscheiden, sondern dass auch Betroffene ganz unterschiedlich auf Therapieformen ansprechen. Aus dieser Erkenntnis lassen sich Entwicklung und Ziele einer individuellen ‘personalisierten’ Therapie für jeden Patienten ableiten”, so Professor Riemann.

ECQI – Europäische Studie zur Koloskopie-Qualität in Europa

Seit 2013 hat sich eine Gruppe von Gastroenterologen zusammengetan, um den Stand der Koloskopie-Qualität durch einen mehrfach verbesserten Online-Fragebogen in Europa zu untersuchen. Die Leitung lag lange bei Professor Dr. J. F. Riemann von der Stiftung LebensBlicke und ist jetzt an Dr. Christiano Spada aus Italien übergegangen. Die bisherigen Ergebnisse von Tausenden erfasster Koloskopien zeigen, dass die Qualitätskriterien der ESGE (European Society of Gastrointestinal Endoscopy) für viele Länder bereits Standard, jedoch im Detail noch verbesserungsfähig sind. Details unter www.ecqigroup.eu.

Allen Vorsorgebemühungen zum Trotz

“Das Oberlandesgericht Braunschweig hat den Erben einer Patientin, die an einem zu spät entdeckten Darmkrebs gestorben war, Schmerzensgeld zugesprochen. Die Patientin hatte zu Lebzeiten bei ihrem behandelnden Internisten über heftige Analblutungen geklagt. Trotz dieser massiven Beschwerden wurde keine Darmspiegelung durchgeführt, sondern lediglich die Diagnose Hämorrhoiden und eine Analfissur gestellt. Erst bei einem späteren Krankenhausaufenthalt kam durch eine Darmspiegelung dann das ganze Ausmaß der Erkrankung zu Tage. Das Gericht urteilte, dass der Verzicht auf die Darmspiegelung ‘in gravierender Weise gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen’ habe. Der Fall zeigt eindrücklich, dass nicht nur die Aufklärung der Patienten über die Bedeutung der Darmkrebsvorsorge wichtig ist, sondern dass auch die permanente Weiterbildung der Ärzte eine (lebens-) wichtige Forderung ist.” (Meldung von Dr. H. Meyer)