
Die Rolle von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), insbesondere Aspirin, in der Primärprävention von Darmkrebs ist weiterhin umstritten, da Nutzen und Risiken schwer abzuwägen sind. Ziel dieser systematischen (Cochrane-) Analyse war es, den Nutzen und die Schäden von NSAR bei der Vorbeugung von Darmkrebs und deren Vorstufen (Adenomen) in der Allgemeinbevölkerung zu bewerten. Insgesamt wurden 10 randomisierte Studien mit über 124.000 Teilnehmenden analysiert, die überwiegend niedrig dosiertes Aspirin einnahmen. Die Ergebnisse zeigen, dass Aspirin innerhalb der ersten 10 bis 15 Jahre wahrscheinlich keinen wesentlichen Einfluss auf die Häufigkeit von Darmkrebs hat. Langfristig (≥ 15 Jahre) könnte es das Risiko und die Sterblichkeit möglicherweise reduzieren, jedoch ist die Evidenz hierfür sehr unsicher. Hinsichtlich der potentiellen Risiken erhöht Aspirin schwere Blutungen außerhalb des Gehirns und wahrscheinlich auch Hirnblutungen mit Schlaganfällen. „Aufgrund der uneinheitlichen und teils unsicheren Datenlage lassen sich derzeit keine eindeutigen Empfehlungen für den routinemäßigen Einsatz von Aspirin zur Darmkrebsprävention ableiten. Entscheidungen sollten daher individuell getroffen und Nutzen sowie Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden“, kommentiert Prof. Ines Gockel vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. Quelle: Cai Z, Meng Y, Yang W, Han Y, Cao D, Zhang B. Aspirin and other nonsteroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) for preventing colorectal cancer and colorectal adenoma in the general population. Cochrane Database Syst Rev. 2026 Apr 1;4(4):CD015266. doi: 10.1002/14651858.CD015266.pub3. PMID: 41919561; PMCID: PMC13040663.



