Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Homepage besuchen. Neben interessanten Nachrichten, aktuellen Expertenkommentaren und besonderen Personalien bieten wir jetzt auch einen direkten Zugang auf Informationen zu "Darmkrebsvorsorge jetzt" an (Button oben rechts). Nutzen Sie diese Möglichkeit. Wir sind in die nächsten 25 Jahre gestartet mit dem Ziel, die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge weiter deutlich zu steigern. Darmkrebs ist vermeidbar! Die Stiftung wird ihr Engagement für die Darmkrebsvorsorge unbeirrt fortsetzen! Bitte unterstützen auch Sie uns weiterhin!

Dear international users, LebensBlicke Foundation looks back with satisfaction on 25 years of education and motivation for colon cancer prevention. A lot has been achieved. Since 2019 a nationwide organized invitation program for colon cancer screening is established.. However, fact is also that nearly 54,000 new cases of colon cancer and 24,000 deaths per year do occur despite this important progress. For LebensBlicke Foundation, this means continuing commitment to colon cancer prevention! Please do support us further!

Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke



Nachruf auf Professor Dr. med. Hans Bosseckert

Die Stiftung Lebensblicke trauert um Professor Dr. Hans Bosseckert, der am 23. Februar 2026 im Alter von fast 90 Jahren verstorben ist. Hans Bosseckert hatte eine erfolgreiche Medizinerkarriere in zwei Welten, erfolgreich sowohl in der DDR als auch später nach der Wende in der Bundesrepublik Deutschland. Er war der Stiftung LebensBlicke aufgrund seines großen Interesses für das Thema Darmkrebs sehr verbunden. Informationen zu Hans Bosseckert finden sich in einem Interview  mit ihm sowie in einem ausführlichen Nachruf.

In Österreich: Darmspiegelung bereits ab 45 Jahren

Nach wie vor zählt Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen, auch in Österreich. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat daraus den Schluss gezogen, allen Versicherten bereits ab dem 45. Lebensjahr eine kostenlose Darmspiegelung anzubieten und damit fünf Jahre früher als bisher. Unter dem Motto „Früher vorsorgen – früher erkennen“ sollen die Bürgerinnen und Bürger von der Sinnhaftigkeit der Vorsorgeuntersuchung überzeugt werden. Viele Expertinnen und Experten, darunter auch Professor J. F. Riemann, Vorsitzender der Stiftung LebensBlicke, halten auch in Deutschland eine Herabsetzung des Vorsorgealters auf 45 Jahre – statt wie bisher 50 Jahre –  mittelfristig für dringend empfehlenswert. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke; Quelle: Österreichische Gesundheitskasse (04.03.2026)

Knapp 2/3 der Schweden nehmen an Darmkrebsvorsorge teil

2019 wurde in Schweden ein KRK-Vorsorgeprogramm etabliert, in dem der Bevölkerung zwischen dem 60. und 74. Lebensjahr alle zwei Jahre ein FIT-Test angeboten wurde. Insgesamt sind in dem Auswertungszeitraum (2019-2023) 884.866 Menschen eingeladen worden. Die Teilnahmerate war mit 64,3% sehr gut. Der FIT war in 2,7% positiv. Bei den Menschen, die daraufhin koloskopiert wurden, lag die Adenom-Detektionsrate bei 49,7%; in 6% wurden Karzinome und in 29,9% wurden fortgeschrittene Adenome gefunden. Die Qualitätsfaktoren der Koloskopie waren sehr gut mit einer 98%-igen sehr guten Vorbereitungsrate und einer Zökumintubationsrate von 96%. Die Koloskopie-Adhärenzrate lag leider nur bei 82% und war bei Männern und in dünnbesiedelten Gegenden niedriger. Hier besteht in der Adhärenz noch Verbesserungsbedarf. „Entgegen vieler Studien zur Darmkrebsvorsorge, die zeigen, dass vor allem die Teilnahmerate noch verbesserungsfähig sei, machen diese Daten doch deutlich, dass eine stringente Planung und zentrale staatliche Koordination der Dickdarmkrebsvorsorge zu sehr hohen Teilnahmeraten führen kann“, so Professor Dr. Dieter Schilling vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. (Hreinsson JP, Pischel A, Palsson B et al. et al.; United European Gastroenterology Journal 2026; 14:e70152 1 of 9; https://doi.org/10.1002/ueg2.70152)

Beteiligung an der Darmkrebsvorsorge besser als behauptet

Oft wird behauptet, die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge in Deutschland sei mit 2% pro Jahr sehr gering. Die Darmkrebsvorsorge habe ein Akzeptanzproblem. Mitarbeiter der Abteilung für klinische Epidemiologie des Leibniz‑Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen haben schon 2022 beschrieben: Durch Analyse einer auf Krankenkassendaten gestützten Datenbank konnte gezeigt werden, dass bis zu 50% der Versicherten sich innerhalb von zehn Jahren einer Vorsorge- oder Abklärungs-Koloskopie unterzogen haben (1). Die gleichen Untersucher haben nun 2026 in einer Langzeitanalyse – ebenfalls aufgrund von Krankenkassendaten – ermittelt, wie viele Versicherte innerhalb von zehn Jahren sich einer Vorsorge- oder Indikationskoloskopie oder einem iFOBT unterzogen haben. Ergebnis: In einer Kohorte, die 2011 50 Jahre alt war, haben innerhalb von zehn Jahren 80% der Frauen und 63% der Männer an mindestens einer Vorsorgeuntersuchung teilgenommen. In einer 2. Kohorte, die 2011 55 Jahre alt waren, unterzogen sich in den nächsten zehn Jahren 78% der Frauen und 69% der Männer mindestens einer Vorsorgeuntersuchung (2). Das zeigt: in Deutschland nehmen >50% aller Bürger im Rahmen der Darmkrebsvorsorge oder zur Abklärung von Magen-Darm-Beschwerden innerhalb von zehn Jahren mindestens eine Koloskopie oder einen iFOBT in Anspruch. Diese Inanspruchnahme führt zu dem oben beschriebenen präventiven Erfolg! „Eine weitere Steigerung der Inanspruchnahme kann diesen weiter erhöhen“, kommentiert Dr. med. Dipl. rer. soc. Dietrich Hüppe, Vorstand Stiftung LebensBlicke und Co-Sprecher Fachgruppe Kolorektales Karzinom des bng. 1. Hornschuch M, et al, 2022; 31: 497-504, 2. Hornschuch M, et al, 2026; 35:1-9

Betriebliche Initiative der BASF mit Preis ausgezeichnet

Der diesjährige Medienpreis der Stiftung LebensBlicke – dotiert mit 2.000 € und gestiftet von CARE Diagnostica, Voerde – würdigt hervorragende Berichterstattung oder wie in diesem Jahr betriebliche Initiativen zur Darmkrebsvorsorge. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Darmkrebspräventionsprogramm: Gesundheitsförderung durch frühe Vorsorge“ der Abteilung Corporate Health Management der BASF SE Ludwigshafen. Stellvertretend für das Team nahmen Nicola Dillinger, Specialist Sales & Health Communications (Bildmitte), und Dr. Stefan Webendörfer, Vice President Health Risk Assessment, Communication, Committees und Corporate Health Management (im Bild links), die Auszeichnung entgegen. Kern des Konzepts sind die jährliche Ausgabe kostenloser immunologischer Stuhltests (iFOBT), individuelle Risikoberatungen sowie eine enge Begleitung bei auffälligen Befunden. „Mit diesem ganzheitlichen Ansatz trägt BASF nachhaltig zur Aufklärung über Risikofaktoren und zur Reduzierung der Darmkrebssterblichkeit bei“, so Professor J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (rechts im Bild) bei der Preisübergabe im Rahmen der Auftakt-Pressekonferenz zum Darmkrebsmonat März im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen. Foto: Sabine Kast