Unbeachtet der Unruhen in Katalonien fand die Europäische Gastroenterologietagung „The United Gastroenterology Week“ in Barcelona vom 28.10.-1.11.2017 statt. Französische Wissenschaftler haben in einer großen Untersuchung an über 6.000 Patienten festgestellt, dass die Rate detektierter Polypen während der Koloskopie tatsächlich bei den 45- bis 49jährigen deutlich höher ist als bei den Menschen, die 40 bis 45 Jahre alt sind. Knapp die Hälfte der Patienten waren Frauen und der Trend konnte bestätigt bleiben, sogar, wenn alle Polypenkontrollen herausgenommen wurden. In der Gruppe der 45- bis 49-jährigen fanden sich in 22,5% Polypen, in der jüngeren Gruppe 13,6%. „Die Daten unterstützen die Forderung der Stiftung LebensBlicke, im Rahmen der risikoadaptierten Vorsorge den Start der Vorsorge zumindest bei Männern auf das 45. Lebensjahr vorzuverlegen. Bleibt die Analyse der vielleicht bald publizierten Gesamtdaten abzuwarten, ob diese Beobachtung dann auch Einzug in die modifizierte Leitlinie Kolorektales Karzinom der DGVS halten könnte“, so Professor Dr. Dieter Schilling, Mitglied des Vorstands der Stiftung LebensBlicke.
Archiv für den Monat November 2017
Allianz für Gesundheitskompetenz gegründet
Das Gesundheitsbewusstsein sowie vor allem das Wissen vieler Bundesbürger über Gesundheit könnte besser sein. Das liegt nicht zuletzt auch an den vielfältigen, manchmal verwirrenden Informationen in vielen neuen Medien über Angebote zur Erhaltung der Gesundheit und zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, die in den letzten Jahren rapide zugenommen haben. Vor diesem Hintergrund ist unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums eine „Allianz für Gesundheitskompetenz“ gegründet worden. Weiterlesen
Diabetes Mellitus Typ 2 – Krebsrisiko unterschätzt!
In den letzten Jahren ist deutlicher geworden, dass der Typ 2 Diabetes offenbar ein eigener Risikofaktor für Tumorerkrankung ist. Das gilt ganz besonders für stark übergewichtige Diabetiker. Hohe Insulinspiegel tragen dazu bei, dass über aktivierte Rezeptoren das Tumorwachstum gefördert wird. Vor allem die Inzidenz von Leber- und Pankreaskarzinomen, aber auch des kolorektalen Karzinoms ist erhöht. Verlinkung. “ Gerade Diabetikern ist daher anzuraten, neben einer Änderung des Lebensstils entsprechende Vorsorgeempfehlungen zu nutzen“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke. („Krebsrisiko unterschätzt“ / Perspektiven der Diabetologie 02/2017)
Der neue i-FOBT hat Stärken und Schwächen!
Seit dem 1. April 2017 hat der i-FOBT den g-FOBT als Stuhltest für das Darmkrebsscreening in der Regelversorgung abgelöst. Diese eigentliche Verbesserung hat leider wie zu erwarten holprig begonnen. Standardisierte Probenentnahmen, einmalige Tests ohne diätetische Restriktionen, qualitätsgesicherte Analytik im Labor sowie quartalsbezogene Dokumentationen gehören mit zu den sicherlich entscheidenden Vorteilen. Ein sehr kritikwürdiges Management im Vorfeld der Einführung hat allerdings zu massiven Problemen geführt, wie jüngst bei einem Vortrag eines Laborarztes bei einem Qualitätszirkel Gastroenterologe deutlich wurde: zu kurze Vorbereitungszeit, hohe Zahl an nicht auswertbaren Proben, testunabhängig zu viele positive i-FOBTs und eine nicht kostendeckende Vergütung. „Völlig offen ist, wie sich die Beteiligung der Ärzte auswirken wird, sofern sie nicht mehr selber den Test machen können, sondern nur noch Beratung und Ergebnismitteilung in der Hand haben“, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke, Professor Dr. J. F. Riemann. „Es bleibt noch sehr viel zu tun!“
Motorsportlegende Walter Röhrl übergibt Scheck
Rallye-Altmeister Walter Röhrl engagiert sich seit einiger Zeit für die Stiftung LebensBlicke und unterstützt ihre Arbeit für die Darmkrebsprävention. Auf einer Veranstaltung in Roding/Bayern hat er eine Spenden-Akquise für die Stiftung LebensBlicke organisiert und einen Scheck überreicht (Bild). „Wir sind ausserordentlich dankbar dafür, dass eine so prominente Persönlichkeit wie Walter Röhrl die Arbeit der Stiftung mitträgt“, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke, Professor Dr. J. F. Riemann.