Appell: Angebote zur Früherkennung nutzen

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und die Stiftung LebensBlicke rufen gemeinsam zur Wahrnehmung der Vorsorgeangebote auf: Viele Menschen scheuen sich aufgrund der Corona-Pandemie immer noch, eine Arztpraxis aufzusuchen, wenn es ihnen nicht unbedingt nötig erscheint. So ist in den vergangenen eineinhalb Jahren die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen – insbesondere die Nutzung des Stuhltests und der Koloskopie zur Darmkrebsprävention – stark zurückgegangen. Trotz der Lockerungen, die durch die Impfkampagne inzwischen möglich wurden, haben sich die Zahlen der Vorsorgewilligen noch nicht von den coronabedingten Einschnitten erholt. Dabei sollte die Darmkrebsvorsorge nicht als lästiges Übel, sondern als Chance für die eigene Gesundheit betrachtet werden. Gegen den bedenklichen Trend setzen LZG und Stiftung LebensBlicke einen nachdrücklichen Appell. Die beiden Vorstandsvorsitzenden, Professor Dr. Ursula Rieke von der LZG und Profesor Dr. Jürgen F. Riemann von der Stiftung LebensBlicke, rufen in einer gemeinsamen Pressemeldung dazu auf, die Bedeutung von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen nicht zu unterschätzen und vor allem die Darmkrebsvorsorge in Anspruch zu nehmen.

Darmkrebs: Männer haben erhöhtes Risiko – warum?

Die Stiftung LebensBlicke hat schon vor vielen Jahren aufgrund der vom RKI jährlich publizierten Erkrankungsraten darauf hingewiesen, dass Männer ein höheres und früheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken. Es hat lange gedauert, bis im Rahmen des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetzes (KFRG) dieser Tatsache Rechnung getragen und den Männern bereits mit 50 Jahren ein Angebot zu einer Darmspiegelung gemacht worden ist. Es blieb nicht aus, dass Forscher nach Ursachen für diesen Genderunterschied suchen würden. In einer aktuellen, sehr sorgfältigen Studie haben Wissenschaftler des DKFZ um Professor Hermann Brenner herausgefunden, dass interessanterweise die bekannten Risikofaktoren wie positive Familenanamnese, Körpergewicht, Lebensstilfaktoren (Rauchen, Alkohol,  Bewegung) sowie Ernährung (rotes Fleisch, Getreidesorten Früchte Gemüse) nur zur Hälfte für die Risikoerhöhung verantwortlich gemacht werden können. “Es bleibt spekulativ und sollte daher zügig weiter beforscht werden, ob die andere Hälfte doch auf geschlechtsspezifische Unterschiede zurück geführt werden kann”, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Professor Dr. J. F. Riemann (Niedermaier T, Heisser T, Gies A et al. Int. J. Cancer. 2021; 1-10 DOI: 10.1002/ijc.33742).

Ernst von Leyden-Preis an Dr. Thomas Ettrich

Die Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs vergab anlässlich der Jahrestagung Viszeralmedizin 2021 den Ernst von Leyden-Preis der Stiftung für das beste Abstract zum Thema “Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von Darmkrebs”. Der Vorsitzende der Stiftung, Professor Dr. J. F. Riemann, überreichte im Rahmen des DGVS-/LebensBlicke-Symposiums “Darmkrebs – neue Aspekte zur Vor- und Nachsorge” den mit 1.000 € dotierten Preis in diesem Jahr an Dr. Thomas Ettrich vom Universitätsklinikum Ulm (im Bild links). Titel der ausgezeichneten Arbeit: “Green tea extract prevents colorectal adenomas in males, but not in females – results of the MIRACLE trial”. Die Viszeralmedizin ist die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) mit Sektion Endoskopie und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV).

Darmkrebs-Präventionspreis an Preisträger überreicht

Der “Darmkrebs-Präventionspreis”  2021 für hervorragende Arbeiten im Bereich der Darmkrebsvorsorge und -früherkennung wurde bereits anlässlich der virtuellen Auftaktpressekonferenz der Stiftung zum Darmkrebs-Monat März 2021 verliehen. Den Preis teilten sich  Priv.-Doz. Dr. Michael Hoffmeister [Abb. rechts] und Dr. Prudence Carr (beide vom DKFZ Heidelberg) für die Arbeit “Wie lässt sich das eigene Darmkrebsrisiko reduzieren?” und Dr. Jakob Nikolas Kather [Abb. links] (Universitätsklinikum Aachen) für seine Arbeit “Erkennen von Mikrosatelliten-instabilen Darmtumoren mittels künstlicher Intelligenz” . Der Preis ist mit 4.000,- € dotiert und wurde von der Servier Deutschland GmbH gestiftet. Die Urkunden dazu konnte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Prof. Dr. J. F. Riemann anlässlich der Jahrestagung Viszeralmedizin 2021 im Rahmen des DGVS-/LebensBlicke Symposiums „Darmkrebs – neue Aspekte zur Vor- und Nachsorge“  jetzt den Preisträgern persönlich überreichen.

Das Logo der Stiftung LebensBlicke – tief verwurzelt!

Ist die Natur nicht beeindruckend? Vieles aus der Natur dient bekanntermaßen als Vorlage für Dinge des täglichen Lebens  – auch Bionik genannt. Aber wer hätte gedacht, dass das Logo der Stiftung auf dem Stamm der Espe vorkommt? Zumindest ist die Ähnlichkeit erstaunlich. Schade, dass die Bäume nicht zur Vorsorge aufrufen können – aber sie erinnern uns daran, dass das Leben lebenswert ist! © S. Jägerfeld

Deutschlandfunk diskutiert Darmkrebsvorsorge

Testen, Testen, Testen. Dieses Motto ist seit Beginn der Pandemie allen bekannt. Die Bereitschaft der Bevölkerung, sich selbst zu testen oder testen zu lassen nimmt stetig zu. Zunehmend platzieren Unternehmen Angebote auf dem Markt, die mit einem schnellen Test Sicherheit bezüglich einer Krebsdiagnose suggerieren. Doch hier ist Vorsicht geboten, nicht alles, was diese Tests versprechen, können sie auch halten. Für die Darmkrebsvorsorge gibt es ein sehr gutes Vorsorgeangebot, welches auch Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist. “Testen ist gut, aber immer mit Beratung und ärztlicher Begleitung”. In einem hörenswerten Beitrag beleuchtet Nikolaus Nützel im Deutschlandfunk für und wider der Selbsttests. (Text: Professor Dr. Christoph Eisenbach – Mitglied des Vorstands der Stiftung LebensBlicke)

Virtueller Erinnerungsort der DGVS “Gegen das Vergessen”

Die Zeit von 1933 bis 1945 wurde in der Geschichte der DGVS, wie in fast allen Berufsverbänden und Ärztekammern, lange verdrängt. Erst Professor Werner Creutzfeldt erinnerte in seiner Eröffnungsrede zur 32. Jahrestagung der DGVS 1977 ausführlich an Siegfried Thannhauser und Ismar Boas, den jüdischen Wegbereitern der deutschen Gastroenterologie. Bis dahin wurde die Vertreibungsgeschichte der jüdischen Mitglieder in der deutschen Gastroenterologie in Folge der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 lange verschwiegen. (1) Etwa ein Viertel der Mitglieder und vier von sechs Vorstandsmitglieder der DGVS galten 1933 nach der Terminologie der NS-Machthaber als “nicht arisch”. Sie alle besuchten Kongresse, arbeiteten als niedergelassene oder in der Klinik tätige Ärztinnen und Ärzte und hatten wesentlich zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung des noch jungen Faches Gastroenterologie beigetragen. (2,3) Die DGVS hat in der Festschrift und Chronik 2013 (1) und in ihrer Übersicht über die Präsidenten der Fachgesellschaft 1914 bis 2014 (2) ausführlich zu diesem Kapitel deutscher Geschichte Stellung bezogen. Mit der Webseite www.dgvs-gegen-das-vergessen.de hat die DGVS nun erstmals einen virtuellen Erinnerungsort geschaffen, an dem die Lebenswege und vielfältigen Beiträge ihrer seit 1933 ausgeschlossenen jüdischen Mitglieder gewürdigt werden. Weiterlesen

Förderverein Darmkrebszentrum Hagen spendet € 1.370,12

Die Auflösung eines Fördervereins im südwestfälischen Hagen beschert der Stiftung LebensBlicke einen überraschenden Spendeneingang von 1.370,12 €. “Da sich unser Förderverein zur Unterstützung des Darmkrebszentrums Hagen nun nach zehn Jahren satzungsgemäß auflöst, hat der Vorstand beschlossen, dass das Restguthaben der Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs – zu Gute kommen soll”, so Professor Dr. Wolfgang Timmermann, Chef des Fördervereins des Darmkrebszentrums Hagen, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, ärztlicher Direktor des Agaplesion Allgemeinen Krankenhauses Hagen sowie Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke (im Bild). Die Stiftung LebensBlicke freut sich sehr über diese unerwartete Spende. Dazu Professor Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung: “Wir sind außerordentlich dankbar für diese Zuwendung, die zu einer Zeit kommt, in der gerade auch Stiftungen auf jede Unterstützung angewiesen sind. Ein herzliches Dankeschön nach Hagen!”. (Fotocredit: AKH Hagen)