Frau Dr. Barbara John, Stiftungsratsmitglied der Stiftung LebensBlicke, und Gesundheitscoach Frau Jasmin Hilger haben der Stiftung LebensBlicke, Früherkennung Darmkrebs, ein kleines Geschenk für die Webseite gemacht! Eine gesprochene Zusammenfassung der aktuellen Newsletter-Meldungen auf deutsch als Audio MP4 Datei. und ebenfalls in türkischer Sprache. Somit auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen geeignet. Viel Spaß beim Anhören!
Zum Thema „Darmkrebsprävention im 21. Jahrhundert: Chancen und Herausforderungen“ hat die Stiftung LebensBlicke beim 37. Deutschen Krebskongress (DKK) in Berlin am 18. Februar 2026 ein sehr gut besuchtes Symposium organisiert. Die wichtigsten Botschaften waren, dass der gegenwärtige mediale Alarmismus, Darmkrebs trete immer häufiger bei jüngeren Menschen auf, zumindest auf Deutschland bislang nicht zutrifft, dass sich wissenschaftliche Studien intensiv auf das Mikrobiom konzentrieren mit seinen Auswirkungen auf Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, dass dringend mehr kulturelle und religiöse Sensibilität bei Migrantinnen und Migranten bei der Aufklärung zur Darmkrebsvorsorge benötigt wird und dass ein Blick in die Zukunft der blutbasierten Tests Ernüchterung zeigt bei allen Fortschritten, die sich aber so noch nicht umsetzen lassen. „Die Stiftung ist Frau Professor Anke Reinacher-Schick, der Kongresspräsidentin, außerordentlich dankbar, dass sie der Stiftung LebensBlicke wieder ein eigenes Symposium ermöglicht hat. Die große Resonanz zeigt, dass von Stiftungsseite immer spannende und zukunftsorientierte Themen angeboten werden“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke.
Eine im Fachjournal JAMA veröffentlichte Studie bestätigt die klinische Leistungsfähigkeit eines neuartigen Bluttests auf Basis zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) zur Früherkennung von Darmkrebs. Der Test wurde in einer großen prospektiven Screeningstudie mit rund 49.000 Personen im Alter von 45 bis 85 Jahren mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko untersucht. Der Bluttest erkannte bestehende Darmkrebserkrankungen mit einer Sensitivität von etwa 79 % und erreichte eine Spezifität von rund 91 % für fortgeschrittene Darmneoplasien. Die Ergebnisse zeigen eine insgesamt gute diagnostische Genauigkeit und weisen darauf hin, dass Bluttests künftig eine zusätzliche nichtinvasive Option zur Darmkrebsvorsorge darstellen könnten – insbesondere für Personen, die eine Darmspiegelung oder Stuhltests nicht wahrnehmen. Einschränkungen bestehen weiterhin bei der Erkennung fortgeschrittener Vorstufen von Darmkrebs (präkanzeröse Läsionen), deren Nachweis durch Bluttests derzeit noch unzureichend ist. Die Autoren betonen daher, dass die Koloskopie weiterhin der Goldstandard der Darmkrebsvorsorge bleibt. „Blutbasierte ctDNA-Tests könnten künftig die Teilnahme an Darmkrebs-Screeningprogrammen erhöhen und die Vorsorge ergänzen, ersetzen jedoch derzeit die Darmspiegelung nicht.“ kommentiert Priv. Doz. Dr. Axel Eickhoff, Generalsekretär der Stiftung LebensBlicke. Quelle: Shaukat et al.; Clinical Validation of a Circulating Tumor DNA-Based Blood Test to Screen for Colorectal Cancer. JAMA 2025; 334 (1),56
Die Stiftung LebensBlicke stiftet seit 2017 jährlich anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) den „Ernst von Leyden-Preis“ für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Darmkrebsprävention oder allgemein der Früherkennung und Prävention von Tumorerkrankungen im Gastrointestinaltrakt. Der mit 1.000 € dotierte Preis ist für die Auszeichnung und Förderung von Wissenschaftlern/innen gedacht, die in Kliniken und Instituten in Deutschland tätig sind. Es sollen insbesondere junge Wissenschaftler am Beginn ihrer Forschungskarriere gefördert werden. Abstracts können bis zum 30. April 2026 unter www.viszeralmedizin.com eingereicht werden.
Auch bei jüngeren Betroffenen (≤ 50 Jahre) hat häufigeres CT- und Bluttest-Monitoring (Tumormarker CEA) 6, 12, 18, 24 und 36 Monate nach Operation wegen Darmkrebs im Stadium II-II nicht dazu geführt, dass insgesamt weniger Patienten starben bzw. an Darmkrebs starben oder weniger Patienten ein Rezidiv hatten. In der Vergleichsgruppe erhielten die Patienten ihre Verlaufskontrollen lediglich nach 12 und 36 Monaten. Mehr Kontrollen nach kurativer Resektion bei Patienten bedeuten also nicht automatisch ein längeres Leben; ein sinnvoll geplantes, aber nicht übermäßig dichtes Nachsorgeprogramm scheint ausreichend zu sein. Diese Erkenntnisse wurden anhand der COLOFOL-Studie bei insgesamt 2.509 Patienten erhoben, die zwischen 2006 und 2010 operiert und nachbeobachtet wurden. Obwohl die Zahlen rein rechnerisch nach weniger Rückfällen bei intensiver Nachsorge aussehen, konnte in der Studie nicht sicher gezeigt werden, dass die engmaschigeren Kontrollen wirklich zu weniger Rezidiven führen – weder bei den Jüngeren noch insgesamt. „Diese Daten unterstreichen, dass eine strukturierte Nachsorge nach kurativer Darmkrebs-OP zwar notwendig ist und das Rezidiv erkennt, die Verlaufskontrollen jedoch sinnvoll angepasst werden müssen und zu engmaschige CT- und Tumormarker-Kontrollen keinen relevanten Überlebensvorteil erbringen“, kommentiert Prof. Dr. Ines Gockel vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. Gutlic I, Veres K, Horváth-Puhó E et al. Int J Colorectal Dis. 2026; 41:47. doi: 10.1007/s00384-026-05096-9. PMID: 41586910; PMCID: PMC12835091.
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