28. November: Tag der Krebsvorsorge: Vermeiden statt leiden!

Der „Tag der Krebsvorsorge“ findet jedes Jahr am 28. November statt. Er wurde von der AOK und der Deutschen Krebsgesellschaft ins Leben gerufen, um die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von Früherkennungsuntersuchungen zu lenken und mehr Menschen zur Teilnahme zu bewegen. Der Aktionstag bildet den Auftakt einer bundesweiten Aktionswoche, die über konkrete Angebote und Abläufe der Vorsorge informiert und zeigt, wie leicht diese wahrgenommen werden können. Damit wird deutlich: Prävention ist mehr als ein Schlagwort – Impfungen und regelmäßige Untersuchungen schaffen die Chance, Krebs rechtzeitig zu erkennen oder sogar ganz zu verhindern. Professor Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, hebt hervor: „Unser Ziel ist es, Menschen für die Darmkrebsvorsorge zu gewinnen. Wer zur Vorsorge geht, kann Darmkrebs verhindern, bevor er entsteht“. Grafik: AOK Bundesverband

Präventionsmaßnahmen bereits im Kindesalter

Die Stiftung LebensBlicke unterstützt bereits seit Jahren das Präventionsprogramm „gesundekids“, das dieses Jahr 20. Geburtstag feiert. Ziel der Initiative ist es, durch gesunde Ernährung und mehr Bewegung bereits im Kindesalter Krankheiten wie Darmkrebs, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Über 100.000 Kinder wurden deutschlandweit durch Aktionen wie „Brotgesichter“, „Obst satt“ und Bewegungsrallyes erreicht. Unterstützt wird das Programm von Lehrkräften, Ärzten, Politik und Clubs wie Rotary. Die Stiftung fordert eine stärkere Ausrichtung des Gesundheitssystems auf Primärprävention, um die wachsenden Herausforderungen der alternden Gesellschaft zu bewältigen. Studien zeigen, dass bis zu 80 % aller Erkrankungen auf Fehlernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen sind. „gesundekids“ wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Präventionspreis der Deutschen Adipositas-Gesellschaft. Die Schirmherrschaft übernahm zuletzt die Präsidentin des Hessischen Landtags, Astrid Wallmann. Im Januar 2026 veranstaltet die Stiftung LebensBlicke einen Experten-Workshop zum Thema „Darmkrebs bei jüngeren Menschen – eine reale Bedrohung?“, um auf die zunehmende Relevanz frühzeitiger Prävention aufmerksam zu machen und neue Strategien zu diskutieren. Foto: © Erwin Lorenzen | Pixelio

Neue Leitlinie stärkt Früherkennung bei erblichem Darmkrebs

Die aktualisierte S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom legt einen besonderen Fokus auf die Diagnostik und Therapie erblich bedingter Tumore. Professor Matthias Ebert vom Universitätsklinikum Mannheim, einer der Koordinatoren der Leitlinie und Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke, hebt die Bedeutung der Früherkennung hervor: Bei Erstdiagnose eines kolorektalen Karzinoms sollte eine Untersuchung auf Mikrosatelliteninstabilität (MSI) erfolgen, um das Lynch-Syndrom frühzeitig zu identifizieren. Betroffene tragen ein erhöhtes Risiko für weitere gastrointestinale Karzinome und benötigen engmaschige Vorsorge. Die Leitlinie empfiehlt zudem den Einsatz von Immuntherapien bei MSI-Tumoren, die eine hohe Ansprechrate zeigen. Auch für frühe Stadien des Darmkrebses und den Organerhalt beim Rektumkarzinom wurden differenzierte Behandlungskonzepte ergänzt. Die Überarbeitung erfolgte unter Federführung der DGVS und wurde von der Deutschen Krebshilfe finanziert.

Als Stipendiatin der Stiftung LebensBlicke in Utah/USA

Beim Stöbern nach spannenden Projekten stieß Oda Hausmann auf das Stipendium der Stiftung LebensBlicke. Die Stiftung fördert Medizinstudierende, die für sechs bis zwölf Monate in der Arbeitsgruppe von Prof. Neli Ulrich am Huntsman Cancer Institute (HCI) der University of Utah in Salt Lake City zum Thema Darmkrebs forschen möchten. Nachdem Oda Hausmann Berichte früherer Stipendiatinnen gelesen und Fotos aus Salt Lake City gesehen hatte, wusste sie: „Diese Chance möchte ich unbedingt ergreifen“. Mehr Einblicke zu ihrer Zeit am HCI gibt’s in ihrem Blog und in ihrem Video. Oda Hausmann: „Ich bin der Stiftung LebensBlicke sehr dankbar, dass sie mir diesen Schritt ermöglicht hat. Das Stipendium hat mir nicht nur neue fachliche Perspektiven eröffnet, sondern auch meinen Blick auf Forschung und Medizin nachhaltig verändert. Meine Zeit am HCI wird mich in meiner beruflichen Laufbahn langfristig prägen, und ich bin stolz, dass ich die Ergebnisse meiner Arbeit kürzlich in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlichen konnte – ein Moment, der für mich den Abschluss einer intensiven und lehrreichen Phase markiert.“

Darmkrebs-Detektion beim Screening: günstigere Prognose

Die Vorsorgekoloskopie deckt nicht nur gutartige Vorstufen, sondern auch Karzinome auf. Diese befinden sich nicht immer im Frühstadium, sondern können durchaus bereits fortgeschritten sein. Eine offene Frage ist, ob das krankheitsfreie Überleben nach Therapie solcher entdeckter Karzinome sich von dem in einer nicht gescreenten Gruppe unterscheidet. Renommierte niederländische Autoren haben hierzu Daten ihres Krebsregisters ausgewertet und festgestellt, dass das krankheitsfreie Überleben in der Gruppe mit im Screening entdeckten Karzinomen signifikant höher war als bei klinisch diagnostizierten Darmkrebserkrankungen. Unabhängig vom Screening war die Diagnose mit einem geringeren Rezidivrisiko assoziiert, wenn nach Alter, Geschlecht, Tumorlokalisation, Stadium und Behandlung adjustiert wurde. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass beim Screening entdeckte kolorektale Karzinome mit einer besseren Prognose assoziiert sind als Karzinome, die klinisch diagnostiziert wurden. „Diese Ergebnisse könnten nützlich und hilfreich sein, Patienten Ängste vor der Entdeckung eines Krebses zu nehmen“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Pluimers Sane JKF, Wisse PHA1, van Leerdam ME, Dekker E et al. Risk of Recurrence in Screen-Detected vs Non–Screen-Detected Colorectal Cancer Patients. Clin Gastroenterol Hepatol 2025;23: 1049-1057).