Studie: Darmkrebs-Screening per Smartphone

Eine neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt, dass die Früherkennung von Darmkrebs künftig auch bequem von zuhause per Smartphone möglich sein könnte. Rund 650 Teilnehmende machten einen klassischen Labortest sowie einen innovativen Selbsttest mit App und Teststreifen. Anschließend erfolgte eine Darmspiegelung zur Kontrolle. Beim Selbsttest wird eine Stuhlprobe auf einen Teststreifen gegeben und per App ausgewertet. Die App erkennt anhand der Farbveränderung, ob Blut im Stuhl vorhanden ist – ein möglicher Hinweis auf Darmkrebs. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Labortest 34 % der Darmkrebsvorstufen und der Smartphone-Selbsttest 28 % erkannten. Fast 90 % der Teilnehmenden bewerteten den Selbsttest als sinnvolle Alternative. „Niedrigschwellige Angebote wie dieser Test können die Vorsorgebereitschaft deutlich steigern“, sagt Professor J.F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke Die Studie wurde im Fachjournal Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlicht.

Darmkrebs in Deutschland – Prognose und Wirklichkeit

Wir leben in einer älter werdenden Gesellschaft. In Deutschland liegt der Anteil der Bevölkerung über 50 Jahre bei ca. 40% und nimmt weiter zu. Das hängt vor allem mit den geburtenstarken Jahrgängen in den 50er und 60er Jahren („Babyboomer“) und der steigenden Lebenserwartung zusammen. Darmkrebs tritt in Deutschland zumeist bei älteren Menschen auf. Das mittlere Alter bei der Diagnose Darmkrebs beträgt für Männer 72 Jahren und für Frauen 75 Jahre. Diese Altersentwicklung der Bevölkerung und die Epidemiologie von Darmkrebs lässt deshalb einen Anstieg der Darmkrebshäufigkeit erwarten. Um diese Entwicklung zu quantifizieren haben Epidemiologen den Robert Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2013 die Dynamik von Darmkrebs und Lungenkrebs, ausgehend von der Entwicklung bis 2009, bis 2020 modelliert (1). Dr. Dietrich Hüppe, Vorstandsmitglied der Stiftung LebensBlicke, erläutert die Vorgehensweise: „Die Forscher gingen von zwei Szenarien aus: Einmal wurde ein Status-quo Szenario 1 Weiterlesen

Darmkrebs nach Polypektomie – Vermeidungsstrategien

Die niederländische Autorengruppe um Evelien Dekker macht in einem lesenswerten Kommentar auf Strategien aufmerksam, wie Karzinome nach Polypenentfernung, die sogenannten „Post Colonoscopy Colorectal Cancers (PCCRC)“ vermieden werden können. Mit einer Häufigkeit von 2-8 % aller kolorektalen Karzinome ist das PCCRC eine multifaktorielle Herausforderung. Die vorgeschlagenen Strategien zur Vermeidung dieses besonderen Karzinoms umfassen die nachgewiesene Qualität der Untersucher, die Aufklärung der Patienten zum individuellen Follow-up nach Polypektomie, die moderne Ausstattung von Endoskopie-Einheiten und, was besonders wichtig ist, das ständige Training aller Verantwortlichen in den aktuellen Techniken. „Alle endoskopierenden Ärzte sollten immer wieder aufgefordert sein, sich dieser klaren Strategien zu bedienen, um die doch beachtliche Häufigkeit dieser PCCRC zu senken“ so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender Stiftung Lebensblicke (van Roermund N et al. Gastroenterology 2025: 168 854-857).

Krebsexperten laden in Wacken zur After-Show-Party

Dem Netzwerk Patientenkompetenz e.V. gehen die Besucher des diesjährigen Wacken Open Air sprichwörtlich „nicht am Arsch vorbei“. Unter dem provokanten Slogan „Metalheadz, ihr geht uns nicht am Arsch vorbei – auf geht’s zur After-Show-Party“ wollen die Expertinnen und Experten des Netzwerks die Metal-Fans an den Stand im Foundation Camp holen. Die Einladung klingt lustig, hat aber einen ernsten Hintergrund. Darmkrebs gehört nach Lungenkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, an denen sowohl Männer als auch Frauen erkranken können. Gleichzeitig ist es aber die einzige Erkrankung, die durch eine Vorsorgeuntersuchung verhindert werden kann. Genau darauf will das Netzwerk Patientenkompetenz e.V. aufmerksam machen. Als Expertinnen und Experten werden Dr. Thomas Thomsen, Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke, Frau Ulrike Bade-Heinrich aus Itzehoe und Professor Thomas Hermann aus Heide auf dem Festivalgelände anwesend sein. Weiterlesen

Aufklärung über Risiken verständlich vermitteln!

Die sachgerechte und laienverständliche Aufklärung über Chancen und Risiken zum Beispiel bei endoskopischen Eingriffen wie der Darmspiegelung ist ein unverzichtbares Patientenrecht. Klagen werden immer wieder darüber geführt, dass die Patientinnen und Patienten vielfach wegen des „Medizinerdeutsch“ Information nicht verstehen, sich möglicherweise aber auch nicht trauen nachzufragen. Die Autorin Lea Stief gibt eine schöne Übersicht mit Tipps für eine effektive Aufklärung. Ein Aufklärungsgespräch sollte auf vage Begriffe wie häufig oder wahrscheinlich verzichten, sollte individuelle Risiken berücksichtigen, sollte Zahlen nur dann erwähnen, wenn sie eine echte Bedeutung für die Abwägung zum Eingriff haben. „In der Kommunikation zwischen Ärztin/Arzt und Patient ist und bleibt es unerlässlich, dass Aufklärung worüber auch immer im medizinischen Bereich, so klar und verständlich sein muss, dass der/dem Betroffenen die Entscheidung zu einem Ja oder Nein möglichst leicht gemacht wird“, so Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke (MMW Fortschr Med 2025; 167: 10).