Datenschutz: ein wichtiges Thema für Vorsorge und Therapie

In der Gesundheitsversorgung im weitesten Sinne ist eine ernsthafte und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Datenschutz aktueller und wichtiger denn je. Es geht um sehr sensible Daten auf der einen und um riesige Chancen im Kontext der Digitalisierung auf der anderen Seite. Deshalb kann man sich mit der Nominierung von Professorin Louisa Specht-Riemenschneider zur neuen Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit neue Impulse vor allem zum Thema Datennutzung erhoffen. Louisa Specht-Riemenschneider ist Professorin für Bürgerliches Recht sowie Datenrecht und war unter anderem ein halbes Jahr lang Vorsitzende des Digitalbeirates des Bundesdigitalministeriums. Im Prozess der Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland wird die elektronische Patientenakte ein sehr wichtiger erster Schritt sein. Hier besteht noch deutlich Handlungsbedarf, was die Nutzerfreundlichkeit und die Kommunikation mit anderen Systemen betrifft. Foto: Volker Lannert/Universität Bonn | Beitrag: Prof. Dieter Schilling

Reduktion von Darmkrebs mit Antidiabetikum-Therapie?

Die Surmount-1-Studie hat gezeigt, dass eine Therapie mit dem Antidiabetikum Tirzepatid, einem GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten, bei Menschen mit Übergewicht und Adipositas (noch) ohne Diabetes zu einer signifikanten Gewichtsreduktion führt. Rein rechnerisch konnte auch gezeigt werden, dass sich wahrscheinlich innerhalb von zehn Jahren auch das Diabetesrisiko um ca. 25% senken lässt und dass auch das kardiovaskuläre Risiko um einen ähnlichen Prozentsatz abnimmt. „Übergewicht und Adipositas sind auch mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen des Verdauungstraktes verbunden. Es wird interessant sein zu beobachten, ob unter einer Langzeit-Therapie auch eine Darmkrebs-Reduktion, der häufigsten Krebsmanifestation im GI-Trakt, zu beobachten ist“ , kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke. (Hankowsky ER, Wang H, Neff LM et al. | Tirzepatide reduces the predicted risk of atherosclerotic cardiovascular disease and improves cardiometabolic risk factors in adults with obesity or overweight: Surmount-1 post hoc analysis. Diabetes Obes Metab 2024 Jan; 26(1):319-328. doi: 10.1111/dom.15318. Epub 2023 Nov 6).

Darmkrebsvorsorge – auf die richtige Analyse kommt es an!

Dr. med. Dietrich Hüppe, Vorstandsmitglied der Stiftung, nimmt Stellung: „Das RKI hat Ende 2023 seine neuesten Morbiditäts- und Mortalitätsdaten für das Kolorektale Karzinom vorgelegt (Krebs in Deutschland 2023). Danach ist die Inzidenz des KRK seit 2002 um >30% gesunken, die Morbidität um >40% (Abbildung 1). Dabei ist das Absinken der Morbidität meiner Meinung ausschließlich auf den Effekt der Darmkrebsvorsorge (Stuhltest und Koloskopie) zurückzuführen, denn andere Faktoren (wie z. B. Lebensstilveränderungen) zeigen eher in die andere Richtung. Auch die Mortalität sinkt als Effekt aus Vorsorge, Früherkennung, verbesserter Chirurgie und Fortschritte in der Radio-Chemotherapie. 90% der Erkrankungen manifestieren sich in Deutschland bisher jenseits des 50. Lebensjahrs. Bisher sind für Deutschland keine Daten publiziert worden, die einen signifikanten Anstiegt des KRK unter 50 Jahren belegt haben (1). Das zuletzt starke Absinken der Inzidenz des KRK im Jahr 2020 ist nicht „primär Corona“ und einer verzögerten Diagnostik und Therapie geschuldet, sondern hält – wie gezeigt – mindestens Weiterlesen

Adenome im Alter – Gute Nachrichten

Die Darmspiegelung ist bei Senioren mit einem erhöhten Risiko verbunden. Sollte man daher auf die Koloskopie verzichten? Dazu gibt es nur wenige Daten. Eine amerikanische Forschergruppe hat spannende neue Aspekte gefunden. Untersucht wurden in einer Querschnittstudie Personen im Alter von 70 bis 85 Jahren des US-Krankenversicherers Kaiser Permanente, bei denen in einer früheren Untersuchung Adenome entfernt worden waren. Insgesamt wurden Daten von 9.601 Teilnehmern ausgewertet. Die Senioren nahmen durchschnittlich nach 4,9 Jahren erneut an einer Darmspiegelung teil. Das Ergebnis überraschte positiv. In nur 26 Fällen wurde ein Darmkrebs entdeckt. Das entspricht ca. 0,3%. Bei den über 80-jährigen Senioren betrug die Darmkrebsrate 0,4%. Die Annahme, dass Darmkrebserkrankungen mit dem Alter zunehmen, konnte mit dieser Studie widerlegt werden. Die positive Nachricht für ältere Menschen darf allerdings kein Freibrief für jüngere sein, nicht zur Darmkrebsvorsorge zu gehen. Hier ist die Datenlage genau umgekehrt. Darauf weist Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke, immer wieder hin (Lee JK, Roy A, Jensen CD et al. Surveillance Colonoscopy Findings in Older Adults With a History of colorectal Adenoma. JAMA Network Open (2024; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.4611). | Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke | Quelle: Ärzteblatt online 11.4.2024

Scheckübergabe an Wacken Foundation und Wattolümpiade

Dr. Thomas Thomsen (Mitte), Botschafter des Jahres der Stiftung LebensBlicke aus Brunsbüttel, überreichte am 9.4.2024 die Spendenschecks des Darmkrebspräventionspreises über jeweils €1.000,- an den Vorsitzenden der Wattolümpiade, Dirk Passarge (links) und an Jens Rusch für die Wacken Foundation (rechts). Die Stiftung LebensBlicke dankt für das Engagement gegen den Krebs und für Vorsorge und Aufklärung!