25 Jahre Stiftung Lebensblicke – Meilensteine!

Die Stiftung LebensBlicke hatte Gelegenheit, aus Anlass ihres 25-jährigen Jubiläums ihre vielfältigen Aktivitäten im rheinland-pfälzischen Ärzteblatt darzustellen. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Prof. Dr. J. F. Riemann hat die vielen Meilensteine für die Darmkrebsprävention zusammengefasst, an denen die Stiftung maßgeblich beteiligt war: 2002Einführung der Vorsorgedarmspiegelung in die Regelversorgung, kontinuierliche Auswertung durch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI), 2008-2012 Weichenstellung im Nationalen Krebsplan der Bundesregierung für ein bundesweites organisiertes Darmkrebsscreening, erst 2019 Einführung nach langem Vorlauf, 2017 Umstellung vom Guajac-basierten okkulten Stuhlblut-Test (FOBT) auf den sehr viel sensitiveren FIT, eine Vielzahl von Arzt-Patienten Veranstaltungen, Symposien zu aktuellen Themen auf wichtigen Kongressen, Experten Workshops zu hochinteressanten Themen der Zeit. Der letzte große Meilenstein war, mit der BARMER ein Modellprojekt zur digitalen Darmkrebsfrüherkennung anzustoßen, das bereits erste Erfolge zeigt. Es gehören viel Mut und Ausdauer, viel Durchsetzungsvermögen, ein großes Netzwerk, ein eingespieltes und erfahrenes Team sowie die Überzeugung, dass die Arbeit für ein solches Thema seriös, langfristig ist und nachhaltig sein muss (Riemann JF; 25 Jahre Stiftung Lebensblicke – Viele Meilensteine für die Darmkrebsprävention. Ärtzeblatt Rheinland-Pfalz 2023:73 [12]: 24-25).

Wie sollte der Arzt übergewichtige Menschen ansprechen?

Alle Jahre wieder sind gerade die Weihnachtstage dazu angetan, Gewicht zuzulegen. Übergewichtigkeit bis hin zur massiven Adipositas sind ein wachsendes Problem, das allerdings behutsam angegangen werden sollte. Es ist für Ärztinnen und Ärzte immer wieder schwierig, den richtigen Ton zu treffen, wenn sie mit übergewichtigen Patienten über ihr Körpergewicht sprechen wollen. Das fanden auch britische Forscher in einer Kohorten Studie, bei der relativ klar heraus kam: Ärzte sollten die gute Nachricht wählen, dass es gute und wirksame therapeutische Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion gibt. Übergewicht zunächst schlecht zu benoten, bringe eher Abwehr. In die ärztliche Kommunikation bei Übergewicht gehört daher der Tenor: nicht warnen, sondern aufklären und konkrete Hilfe anbieten (Albury C, Webb H, Stokoe E et al. Relationship Between Clinician Language and the Success of Behavioral Weight Loss Interventions: A Mixed-Methods Cohort Study. Ann Intern Med 2023;176:1437-1447).

Gute Nachricht – Rezidivrate nach Darmkrebs-Op rückläufig

Gute Nachrichten aus Dänemark. In einer Kohortenstudie mit 34.166 Patienten wurde das Rezidiv-Verhalten nach Darmkrebs-Op untersucht. Ziel der Studie waren die Bestimmung der Rezidivraten und die Beschreibung der Zeit bis zum Rezidiv innerhalb von 5 Jahren nach Operation mit kurativer Absicht für die Stadien I bis III. Die positive Schlussfolgerung der Studie lautet: Die Rezidiv-Häufigkeit in den jeweiligen untersuchten Fünf-Jahres-Zeiträumen (2004–2008, 2009–2013, 2014–2019) war kontinuierlich gesunken, von anfangs 26,9 Prozent auf zuletzt 15,8 Prozent. Bei den Patienten mit Darmkrebs der Stadien I bis III sank das Rezidivrisiko während des Studienzeitraums. Ein durch Vorsorge erkannter Darmkrebs war mit einem geringeren Rezidivrisiko verbunden. Das ist eine sehr schöne argumentative Unterstützung der wertvollen Arbeit der Stiftung LebensBlicke unter ihrem Vorsitzenden Prof. Riemann, die sich bundesweit für die Darmkrebsfrüherkennung einsetzt. Das neue Motto für den Darmkrebsmonat März 2024 pointiert die Bedeutung der Vorsorge: „Denk‘ an morgen – geh‘ heute zur Darmkrebsvorsorge“ (JAMA Oncol 2023; online 16. November) Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke Quelle: ÄrzteZeitung online 21.12.2023

Herdenimmunität durch HPV Impfung verbessert

Die HPV Impfung gilt in der Regel den HPV Typen 16 und 18, mit denen ganz besonders HPV-assoziierte Karzinome verbunden sind. Da seit einigen Jahren Mädchen und Jungen gegen HPV geimpft werden, war die spannende Frage, ob sich etwas an der Qualität der HPV Viren ändert. In einer finnischen Studie fand sich jetzt, dass die Gender-neutrale HPV-Impfung die Herdenimmunität deutlich verbessert und vor allem zu einem deutlichen Rückgang der onkogenen HPV Viren 16 und 18 führt. Das Virusspektrum wird nach Jahren diverser mit niedrigerem onkogenen Potential! Diese Daten unterstreichen die Notwendigkeit, die Inanspruchnahme HPV-Impfung signifikant zu steigern (Pimenoff VN, Gray P, Louvanto K et al. Ecological diversity profiles of non-vaccine-targeted HPVs after gender-based community vaccination efforts. Cell Host & Microbe 2023,31:1921-1929).

Sport verlängert Leben nach Darmkrebs-Rezidiv

Winston Churchill hatte Unrecht, als er auf die Frage, warum er so alt geworden sei, antwortete: „No Sports“. Das genaue Gegenteil ist richtig, wie jüngst wieder eine Studie zeigte. Amerikanische Wissenschaftler haben untersucht, ob sportliche Aktivitäten von Patienten mit Kolonkarzinom während und nach einer postoperativen Chemotherapie die Überlebenschancen nach einem Rezidiv erhöhen (Cancer 2023; online 31. August). An der prospektiven Studie nahmen insgesamt 399 Patienten mit einem rezidivierten Darmkrebs teil. Ihre sportlichen Betätigungen nach der Operation wurden gemessen in Stunden/Woche (hr/w). Verglichen wurden Patienten mit einer sportlichen Bewegung (rasches Gehen) von weniger als 1 hr/w mit Patienten, die sich mehr als 6 hr/w körperlich bewegten. Drei Jahre nach einem Darmkrebsrezidiv betrug die Überlebensrate der weniger aktiven Gruppe 61,3% und in der sportlich aktiveren Gruppe 72%. Hochgerechnet bedeutet das für die aktivere Gruppe, dass, drei Jahre nach dem Rezidiv, dies einem von neun Patienten das Leben retten würde. Resümee: stärkere postoperative Aktivität verlängert bei Patienten mit einem Darmkrebsrezidiv das Überleben. Bedeutsam können diese Ergebnisse für Patienten sein, die trotz optimaler postoperativer medikamentöser Behandlung ein hohes Tumorrezidiv-Risiko tragen. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke | Quelle: Ärztezeitung online 12.12.2023