Die Darmkrebsvorsorge in Deutschland mittels Stuhltest und Vorsorgekoloskopie seit 2002 hat bis 2018 zu einem Rückgang von Inzidenz des Kolorektalen Karzinoms (KRK) um ca. 25% und von Mortalität um 35-40% geführt. Nach neuen epidemiologischen Daten des RKIs für 2019 sinkt die Zahl der Neuerkrankungen auf 58.967 und die Todesfälle auf 24.048. Das entspricht einem Rückgang von 1.663 Erkrankungen (-2.7%) bzw. 200 Todesfällen (-0.8%). Wird sich dieser Rückgang verstetigen oder kommt es zum Rebound wegen verzögerter Diagnostik und Therapie? Manche Analytiker sehen das so! Dr. Dietrich Hüppe ist anderer Ansicht! Was sind seine Argumente und Indizien? Diskutieren Sie mit! Schreiben Sie uns per Mail!
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Analkrebsrisiko durch HPV-Impfung drastisch gesenkt!
Die HPV-Impfung galt lange nur als Schutz vor dem Gebärmutterhalskrebs. Inzwischen ist gesichert, dass es eine ganze Reihe weiterer HPV-assoziierter Krebse gibt. Dazu gehört unter anderem auch der Analkrebs. In einer dänischen Kohorten-Studie mit fast 1 Million dänischer Frauen (17-37 Jahre) fanden Forscher heraus, dass nach HPV-Impfung auch beim Analkrebs und seiner Vorstufen eine drastische Reduktion beobachtet werden konnte. Diese Beobachtung dürfte auch auf Jungen übertragbar sein, die ja inzwischen auch die HPV-Impfung erhalten. Auch die Gastroenterologen sind daher gefordert, über die HPV-Impfung als Krebsprävention zu informieren. (Baandrup L, Maltesen Th, Dehlendorff Ch. et al.; HPV vaccination and anal high-grade precancerous lesions and cancer: a real-world effectiveness study. J Natl Cancer Inst 2023; DOI: 10.1093/JNCI/djad189).
SLB unterstützte Seminar „Digitale Gesundheitskompetenz“
„Tools zur Qualitätsverbesserung der Koloskopie im Alltag“ titelte ein aktuelles Online-Seminar des Endoscopy Campus, welches u.a. in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA) und der Stiftung LebensBlicke stattfand. Die Expertinnen und Experten näherten sich dem Thema digitale Gesundheitskompetenz am Beispiel der Darmkrebsvorsorge und berichten von Praxisbeispielen. Chairmen waren Ulrike Beilenhoff, 1. Vorsitzende der DEGEA (Ulm) und Thomas Richter von der DEGEA (Leipzig). Als Referenten nahmen Professor Helmut Neumann vom GastroZentrum in Lippe sowie Elisabeth Mell von der Stiftung Lebensblicke teil. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Norgine Deutschland GmbH. Für Interessierte geht’s hier zum Video on demand.
Verdienstkreuz am Bande für Frau Prof. Erika Baum (DEGAM)
Die frühere Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM), Frau Professorin Dr. Erika Baum, ist mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Professorin Baum war als Allgemeinmedizinerin nicht nur praktisch tätig, sondern hat vor allem durch ihre Tätigkeit im Institut für Allgemeinmedizin der Philipps-Universität Marburg ganz wesentlich zur wissenschaftlichen Grundlagenbildung und zur Akzeptanz dieser Fachrichtung beigetragen. Die Stiftung LebensBlicke verdankt ihr wesentliche Impulse bei ihrem MFA-Projekt. Sie hat bei der Entwicklung von klaren und verständlichen Ausbildungsmodulen zu praktischem Wissen in der Darmkrebsprävention für medizinische Fachangestellte entscheidend mitgewirkt. Die Stiftung LebensBlicke gratuliert Professorin Baum von Herzen.
Darmkrebsvorsorge-Petition zur ambulanten Versorgung
Die Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung in Deutschland verbessern, das fordert eine Petition, die von der kassenärztlichen Bundesvereinigung beim Deutschen Bundestag eingereicht wurde und seit heute unterzeichnet werden kann. Ärzte, Psychotherapeuten, Praxisangestellte und Patienten sind aufgerufen, die Initiative mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. „Wir brauchen so viele Unterschriften wie möglich, um eine größtmögliche Sichtbarkeit für unser Anliegen zu bekommen“, betont der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen. Er ruft alle Praxen auf, mitzumachen und Unterschriftenlisten auszulegen: „Es ist fünf vor zwölf. Wenn die Politik nicht bald aktiv wird, wird es die medizinische Versorgung, so wie die Bürger sie schätzen, bald nicht mehr geben.“ Die Stiftung LebensBlicke unterstützt daher mit großem Nachdruck den Aufruf des bng e.V. zur Unterzeichnung dieser Petition und weist auch auf einer frühere Mitteilung zum Thema Krankenhaussterben hin, das wie der Praxis-Kollaps die Darmkrebsvorsorge bedroht (weitere Informationen).