Früherkennung durch neuen DNA-Bluttest

Siyuan Wang und Jinliang Xing et al. untersuchten erstmals die framentomischen Merkmale zellfreier mitochondrialer DNA (ccf-mtDNA) im Blut von 1.147 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (478 gesunde Kontrollen, 112 Patienten mit fortgeschrittenen Adenomen, 557 Patienten mit Darmkrebs). Dabei zeigten sich bei Patienten mit Darmkrebs sowie bei fortgeschrittenen Adenomen deutlich veränderte Fragmentierungsmuster im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Auf Basis dieser Daten wurde ein nicht-invasives Erkennungsmodell entwickelt, das eine AUC von 0,986, eine Sensitivität von 92,7 % und Spezifität von 93,5 % im Trainings-Set erreichte. „Die Studie demonstriert damit erstmals, dass fragmentomische Analysen von ccf-mtDNA ein vielversprechender Ansatz zur frühzeitigen Erkennung von Darmkrebs und seiner Vorstufen sein könnten — mit erheblich besseren Werten als bisherige Serum-Biomarker“, kommentiert PD Dr. Axel Eickhoff, Generalsekretär der Stiftung LebensBlicke. Weitelesen: Gut 2025;74(6),961-70

US-Mediziner empfehlen Darmkrebsvorsorge bereits mit 45!

Die amerikanische Gesellschaft für Gastrointestinale Endoskopie (ASGE) unterstützt die US-Preventive Services Task Force (USPSTF) in der Empfehlung, die Darmkrebsprävention bei Individuen mit durchschnittlichem Risiko bereits mit 45 Jahren zu beginnen. Sie unterlegt das mit Hinweisen auf zahlreiche Untersuchungen und Modelle, die diese Empfehlung stützen. Die ASGE weist gleichzeitig auf den zunehmenden Anstieg von Darmkrebs bei unter 50-jährigen in den USA hin! Wichtig für die ASGE ist, dass Betroffene von Ihren Ärztinnen und Ärzten hinreichend über mögliche individuelle Risikofaktoren sowie über die Effizienz verschiedener Untersuchungsmöglichkeiten aufgeklärt werden. „Ich gehe davon aus, dass die Herabsetzung auf 45 Jahre in den nächsten Jahren auch in Deutschland kommen wird“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender Stiftung Lebensblicke, diese aktuelle US-Empfehlung.

Ausschreibung des Deutschen Studienpreises 2026

Die Ausschreibung des Deutschen Studienpreises 2026 der Körber-Stiftung richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen, die im Jahr 2025 eine exzellente Dissertation von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung vorgelegt haben. Mit drei Spitzenpreisen von je 25.000 Euro gehört der Deutsche Studienpreis zu den höchstdotierten Nachwuchspreisen. Den Preisträgern stehen zudem vielfältige Förderangebote offen – vom Mentoring für die Wissenschaftskarriere über einen Konferenzmittel-Fonds bis zur Teilnahme am Max-Planck-Programm für Startup-Gründungen. Schirmherrin des Preises ist die Präsidentin des Deutschen Bundestages Julia Klöckner. Einsendeschluss für die aktuelle Ausschreibung ist der 1. März 2026. Alle Informationen zur Teilnahme finden Sie hier.

WebSeminar: Tertiäre Prävention beim Kolorektalen Karzinom

Die Stiftung LebensBlicke und die GARPS e.V. haben am 23. Oktober ein gut besuchtes WebSeminar zum Thema „Tertiäre Prävention beim Kolorektalen Karzinom“ organisiert, das von Professor Dr. Ralf Jakobs, Klinikum Ludwigshafen, und Professor Dr. Tim Zimmermann, Klinikum Worms, moderiert wurde. Im Rahmen des WebSeminars beleuchtete Dr. Anne-Karin Kahlert, Ludwigshafen, den Stellenwert der humangenetischen Diagnostik, die bei genetisch bedingten Karzinomen wie z. B. dem Lynch-Syndrom erforderlich ist. PD Dr. Axel Eickhoff, Hanau, erklärte, wann, wie oft und bei wem eine Endoskopie nach einem kolorektalem Karzinom sinnvoll ist. Professor Dr. Ralf Hofheinz, Mannheim, erläuterte, wer von einer adjuvanten Chemo- und Immuntherapie profitiert und wer nicht. Abschließend sprach Dr. Stefanie Reichermeier, Deggendorf, über die Rolle von Ernährung, Bewegung und medikamentöser Prävention. Sie erkannte dem Sport eine besondere Rolle zu. „Alle Referenten haben das Update 2025 der S3-Leitlinie zum kolorektalen Karzinom zur Grundlager ihrer Aussagen gemacht. Die Stiftung LebensBlicke ist besonders dankbar dafür und wird die Tertiärprävention auch weiterhin als eine wichtige Säule ihrer Aktivitäten ansehen“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke die Veranstaltung.

CT-Kolonografie versus FIT beim Darmkrebsscreening

Ein italienisches Forschungsteam unter Leitung von Donella Puliti hat die diagnostischen Fähigkeiten der CT-Kolonografie (CTC) und der fäkalen immunochemischen Testung (FIT) auf okkultes Blut als Verfahren zum Darmkrebsscreening untersucht. Dabei sollte geprüft werden, ob ein CTC-Screening-Intervall von fünf Jahren (empfohlen vom U.S. Preventive Services Task Force) ausreicht im Vergleich zum üblichen FIT-Screening-Intervall von zwei Jahren. Die Forscher fanden heraus, dass die Detektionsraten auf maligne Veränderungen im Darm in den beiden Untersuchungsgruppen (CTC und FIT) statistisch gleich waren. Fazit: „Fünf Jahre sind ein geeignetes Intervall für das CTC-Screening und womöglich mit einer früheren Diagnose verbunden als das Screening mit FIT. Die deutsche S3-Leitlinie zum kolorektalen Karzinom rät allerdings von der CT-Kolonografie ab. Diese Art von Bildgebung sollte für die Darmkrebsvorsorge respektive Früherkennung in der asymptomatischen Bevölkerung nicht eingesetzt werden. Zudem ist das Verfahren nicht erstattungsfähig. (Puliti D et al. Colorectal Cancer and Advanced Adenoma after Single CT Colonography or Biennial FIT Screening in the SAVE Randomized Controlled Trial. Radiology 5;316(3):e250091; https://doi.org/10.1148/radiol.250091 | Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke Quelle: Springer Medizin 18.10.2025