Sozioökonomischer Status und Übergewicht/Adipositas

Kinder aus sozial benachteiligten Familien neigen ungleich häufiger zu Übergewicht und Adipositas. Die bundesweite „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS-Studie) hat erstmals zeitliche Trends in der sozialen Ungleichverteilung dieser Krankheitsphänomene deutlich gemacht. Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts haben diese Trends aufgezeigt und daraus abgeleitet, dass es dringend struktureller Maßnahmen bedürfe, wo immer in den Lebenswelten junger Menschen diese Risiken vorhanden sind. Sie sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass im späteren Leben viele chronische Krankheiten und weitere Gesundheitsprobleme auftreten. „Dazu gehört auch das Krebsrisiko, das dann auch vor dem 50. Lebensjahr ansteigen kann“, kommentiert Professor Dr. J. F. Riemann vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke die Ergebnisse. (Hoebel J, Waldhauer J, Blume M, Schienkiewitz A: Socioeconomic status, overweight, and obesity in childhood and adolescence – secular trends from the nationwide German KiGGS study. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 839-45)

Pandemie: etwa 10.000 verzögerte Darmkrebs-Diagnosen

Bereits zu Beginn der COVID-19-Pandemie Anfang 2020 hatten viele Experten vor Verzögerungen in der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen gewarnt. Wissenschaftler des Saarländischen Krebsregisters und des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) haben die Zahl der neudiagnostizierten Darmkrebs-Fälle im Jahr 2020 mit dem Durchschnittswert der Jahre 2015 bis 2019 verglichen: 2020 wurden im Saarland insgesamt 17 Prozent weniger Darmkrebs-Neuerkrankungen gemeldet als im Vergleichszeitraum. Hochgerechnet auf ganz Deutschland ist daher mit insgesamt etwa 10.000 verzögert diagnostizierten Darmkrebserkrankungen zu rechnen, so die Studie. „Diese Entwicklung halten wir bei Darmkrebs für besonders beunruhigend, einer sehr häufigen Krebserkrankung, für die eine wirksame Vorsorge zur Verfügung steht“, sagt Prof. Hermann Brenner, Epidemiologe am DKFZ und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung LebensBlicke. Hier geht’s zur Studie von Hermann Brenner (im Bild re.), Rafael Cardoso (im Bild li.) – beide Preisträger des Darmkrebs-Präventionspreises der Stiftung LebensBlicke – sowie Thomas Heisser, Michael Hoffmeister, Bernd Holleczek.

Ludwig Güttler auf seiner virtuosen Abschiedstournee

Ludwig Güttler, einer der erfolgreichsten Virtuosen (Trompete und Corno da Caccia) beendet seine über 50-jährige aktive, nationale wie internationale Tätigkeit als Solist, Dirigent, Komponist und künstlerischer Leiter zahlreicher Musikfestivals. Güttler, seit vielen Jahren auch Befürworter der Stiftung LebensBlicke, kann auf meisterhafte und großartige Leistungen zurückblicken, für die er vielfältig ausgezeichnet wurde. Sein festliches Weihnachtskonzert im Rosengarten in Mannheim zusammen mit seinem Blechbläserensemble hat in eindrucksvoller Weise noch einmal seine ganze Virtuosität, Instrumentenpräzision und Klangfreude aufgezeigt. „Wir sind Professor Güttler außerordentlich dankbar, dass er mit seiner großen Persönlichkeit und seiner internationalen Bedeutung seit vielen Jahren die Stiftung LebensBlicke in ihrem Bestreben unterstützt, die Bevölkerung über Chancen und Risiken der Darmkrebsprävention zu informieren und zu motivieren“, so Professor Dr. J. F. Riemann vom Vorstand der Stiftung. Foto: Wikipedia Commons

Onkologische Patientenakte – digital und qualitätsgesichert

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz hat am 23.11.2022 im Mainzer kurfürstlichen Schloss die 6. landesweite Qualitätskonferenz zum Thema „Kolorektales Karzinom“ durchgeführt. Neben einem Überblick über die derzeitige Diagnostik und Therapie dieses Tumors und die Möglichkeiten der Primär- und Sekundärprävention stand die onkologische Patientenakte ganz im Vordergrund. Sie ist elektronisch, qualitätsgesichert und erlaubt die chronologische Zusammenfassung aller dem Krebsregister vorliegenden Informationen zu Tumorerkrankungen. Möglich geworden ist das vor allem durch die rein digitale Datenerfassung, eine deutlich gesteigerte Zahl an Meldungen und dadurch bedingt auch der Mitarbeiter des Krebsregisters. Für Patienten mit Darmkrebs und anderen Tumorerkrankungen bedeutet diese Einrichtung den erleichterten Zugang zur Dokumentation ihrer speziellen Krankheitsdaten und des gesamten Behandlungsverlaufs. Für die Stiftung LebensBlicke hat Professor Dr. Michael Jung, Mitglied des Stiftungsrates, an dieser Veranstaltung teilgenommen. Hier sein Bericht!

Krebsrisiko bei Typ-1-Diabetes doch erhöht?

Das Krebsrisiko bei Diabetikern ist vor allem beim Typ-2-Diabetes erhöht. Die Hyperinsulinämie gilt als ein wichtiger Risikofaktor. In einer Kohorten-Studie haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Krebsrisiko auch bei Typ-1-Diabetikern dann steigt, wenn die erforderlichen Insulindosen z. B. durch Übergewicht und Bewegungsmangel hoch sind. „Der Lebensstil hat einen enormen Einfluss auf das Krebsrisiko auch des Typ-1-Diabetikers; dieses Ergebnis sollte fest zum Beratungsplan gehören“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann von der Stiftung LebensBlicke (Thong W, Mao Y: Daily insulin dose and cancer risk among patients with type 1 diabetes. JAMA Oncol 2022; 8:156-1358).