Zum Thema „Darmkrebs bei Jüngeren“ gab Dr. Dietrich Hüppe, Mitglied des Vorstands der Stiftung LebensBlicke, der Fachzeitschrift Medical Tribune beim 37. Deutschen Krebskongress in Berlin ein interessantes Interview. Dieses Interview kann über die Landingpage der Zeitschrift angeklickt werden. Es signalisiert Entwarnung in der öffentlichen Aufregung über steigende Darmkrebserkrankungen in der Altersgruppe unter 50 Jahre.
Forscher haben in einer großen Studie u.a. das Risiko einer veganen Ernährung für Darmkrebs und andere Krebsarten untersucht Untersucht wurden jeweils mehrere Tausend Geflügelesser, Pescetarier, Vegetarier und Veganer. Die Auswertung der Langzeitdaten ergab: Im Vergleich zu Fleischessern hatten Geflügelesser ein geringeres Risiko für Prostatakrebs, Pescetarier ein geringeres Risiko für Darmkrebs, Brustkrebs und Nierenkrebs, Vegetarier hatten ein geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Nierenkrebs, aber ein höheres Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre, und Veganer hatten ein höheres Risiko für Darmkrebs. Schlussfolgerung: Trotz der eindeutigen Ergebnisse sind die Autoren allerdings vorsichtig bei einer Verallgemeinerung der Daten, da Ernährung und Nährstoffzufuhr sowohl von Vegetariern als auch von Nicht-Vegetariern innerhalb und zwischen den Bevölkerungsgruppen erheblich variieren können. „Deshalb ist Darmkrebsvorsorge auch so wichtig“, wie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke Prof. J. F. Riemann jetzt wieder aktuell im Darmkrebsmonat März 2026 betont. „Ein kleiner Schritt zur Darmkrebsvorsorge – ein großer fürs Leben„. Text: Dr. H. Meyer – Stiftung LebensBlicke, Quelle: FR, P. Dörhöfer, 14.3.2026 (Dunneram Y et al. Br J Cancer. 2026 Feb 27. doi: 10.1038/s41416-025-03327-4).
Beim Rektumkarzinom hängt das Therapieverfahren ganz wesentlich von der Stadieneinteilung ab. Tiefsitzende invasive Rektumkarzinome, bei denen auch heute noch gelegentlich ein künstliches Stoma angelegt werden muss, sind für manche Patienten ein Horror. Von daher erregt eine neue Methode Aufsehen, die bei tiefen Submukosa-invasiven Rektumkarzinomen niedrigen und mittleren Risikos angewandt werden könnte. Diese endoskopische intermuskuläre Dissektion beruht auf der Tumorentfernung zwischen der zirkulären und der longitudinale Muskelschicht. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass eine En-bloc-Resektionsrate von über 90% und eine R0 Resektionsrate von über 80% erzielt werden kann. Auch die 3-Jahres Nachsorgeraten sind erfreulich. Das Besondere ist, dass mit dieser lokalen Therapie eine Alternative zu tief sitzenden operativen Interventionen mit erhöhtem Risiko und erhöhtem Aufwand entwickelt worden ist. „Es bleibt abzuwarten, ob diese Technik, die von erfahrenen Endoskopikern eingesetzt werden kann, in Studien Evidenz für die Routine erreicht“, kommentiert Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (van der Schlee L, Albers SC , Didden P et al. Results of endoscopic intermuscular dissection for deep submucosal invasive rectal cancer: a three-year follow-up study. GUT 2025;74:1995-2003).
Im Rahmen des Darmkrebsmonat März 2026 fand in Bad Oeynhausen eine vielbesuchte Veranstaltung statt. Organisiert wurde das Event von der Gastroenterologin Frau Dr. med. Nicole Steenfatt, Regionalbeauftragte (RB) des Monats der Stiftung LebensBlicke mit ihrem Team. Neben interessanten Vorträgen zur Darmgesundheit und zur Darmkrebsvorsorge hatten die Besucher auch Gelegenheit, Europas größtes Darmmodell zu besichtigen. Ein Gang durch den Darm sensibilisiert wie immer die Besucher für die Erkrankungen des Darms. Die Stiftung LebensBlicke sorgte mit einem Info-Stand für zusätzliche Informationen zum Thema Darmkrebsvorsorge. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und soll im nächsten Jahr wiederholt werden. „So tragen aktive RBs maßgeblich zur Stiftungsarbeit bei. Dafür ein herzliches Dankeschön“, freut sich Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.
Die Stiftung LebensBlicke (Ludwigshafen) verleiht jährlich den Darmkrebs-Präventionspreis für herausragende wissenschaftliche Beiträge zur Darmkrebsvorsorge und -früherkennung. In diesem Jahr geht der wissenschaftliche Preis nach Heidelberg. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Diabetes und Darmkrebs: Einfluss des Tumor-Immunsystems auf Erkrankungsrisiko und Überleben – Implikationen für Prävention und Früherkennung“ von Durgesh Wankhede (MD), Klinische Epidemiologie der Krebsfrüherkennung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Für die Prävention bedeuten die Ergebnisse, dass Menschen mit Diabetes möglicherweise von einer gezielt angepassten und risikoorientierten Darmkrebsvorsorge profitieren könnten. Der mit 4.000 € dotierte wissenschaftliche Preis wird traditionell von Mitgliedern des Advisory Boards der Stiftung gestiftet, in diesem Jahr von der Servier Deutschland GmbH (München). Im Bild die Preisübergabe bei der Auftakt-Pressekonferenz zum Darmkrebsmonat März im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen V.l.n.r.: Daniela Luber (Servier), Durgesh Wankhede (Preisträger) und Professor J. F. Riemann (Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke) | Foto: Sabine Kast
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